Lisa Küppers über Gelsenkirchen, Schalke und echte Freiheit
Als Lisa Küppers am 14.12.25 unsere Loge auf Schalke betrat, war sofort spürbar, wie viel
dieser Ort ihr bedeutet. Aufgewachsen in Gelsenkirchen, bekennender Schalke-Fan und heute
selbst eine feste Größe im deutschen Showbusiness. Offen, nahbar und reflektiert sprach sie mit
uns über ihre Kindheitserinnerungen, ihren vielseitigen Karriereweg, ihre Werte und darüber,
wie wichtig Mobilität und Selbstständigkeit im Alltag wirklich sind – ein Thema, das uns bei
Sonilift besonders am Herzen liegt.
Lisa, du bist in Gelsenkirchen aufgewachsen. Was bedeutet deine Heimatstadt für dich heute und welchen Einfluss hatte sie auf dem Weg in Showbusiness?
„Ich bin immer sehr, sehr happy, hier zu sein. Egal wo ich gewohnt habe oder jetzt wohne – Gelsenkirchen bleibt für mich Heimat. Es ist Identität. Das bin ich, das gehört zu mir. Hier bin ich aufgewachsen. Ich glaube gar nicht, dass die Stadt direkt Einfluss auf meine Karriere hatte, sondern eher das Wegziehen. Mit elf Jahren musste ich hier weg, das war super schlimm. Ich habe mir damals geschworen: Ich komme zurück. Und dann habe ich alles daran gesetzt. Auch wenn es mich heute ‚nur‘ nach NRW zurückgeführt hat – hier zu sein fühlt sich immer richtig an.“
Du bist großer Fan des FC Schalke 04. Was verbindet dich mit dem Verein und wie hat Fußball dein Leben geprägt?
„Schalke ist Familie. Meine ganze Familie war schon immer Schalke-Fan. Mein Opa hat sogar beim Bau der Arena mitgeholfen. Er hat sich so sehr gewünscht, noch einmal eine Meisterschaft zu sehen – leider hat er sie nicht mehr erlebt. Schalke steht für mich für Heimat, Identität und Zusammenhalt. Fußball hat mein Leben geprägt: Mein Bruder hat immer viel Fußball gespielt, ich war jedes Wochenende auf dem Platz, später habe ich selbst angefangen zu spielen. Fußball ist schon immer ein Teil von meinem Leben gewesen. Der Sport hat mir immer viel Spaß gemacht und ich habe viele Freunde dadurch kennengelernt.“
Du bist unter anderem als Schauspielerin, Sängerin, Influencerin, Webvideoproduzentin enorm vielseitig. Was ist dir bei all diesen Rollen am wichtigsten und wo fühlst du dich am meisten zu Hause?
„Die Schauspielerei ist das, womit alles angefangen hat – und sie macht mir immer noch am meisten Spaß. Aber ich liebe diese Vielfalt. Wie heute auf Schalke zu sein, das Webvideo-Produzieren ein Stück weit meinen ‚Job‘ nennen zu dürfen, und nächste Woche dann wieder am Filmset zu sein – das ist ein unfassbar großes Geschenk. Dafür bin ich unfassbar dankbar. Ich mag es sehr gerne, dass es so abwechslungsreich ist.“
Dein Weg führte über die Casting-Show DSDS zur Hauptrolle in der Jugendserie Spotlight und weiter über YouTube, Musik und Streaming. Wie hast du diesen Wandel erlebt und was waren für dich die entscheidenden Schritte?
„Ich war 15, als ich mich bei DSDS beworben habe. Als Kind habe ich das schon immer geschaut und gesagt: Wenn ich alt genug bin, gehe ich dahin – und dann musste ich plötzlich meinen Worten Taten folgen lassen. Es hat dann ja auch ganz gut funktioniert und mir Spaß gemacht mit der Fernsehproduktion. Danach kam alles ziemlich fließend. Da ich schon Theater gespielt habe, habe ich mich einfach überall beworben und relativ schnell eine große Rolle erhalten. Danach nahm das Ganze so seinen Lauf. Ich bin in alles so ein bisschen reingerutscht. Ich habe nie gesagt: Ich will Influencerin werden oder ich möchte jetzt dies. Es ist einfach passiert. Klar gehört viel Glück dazu. Dass ich jetzt heute auch hier sitzen darf, hat natürlich auch mit Glück zu tun, nicht nur mit Können. Aber mein größter Tipp ist: Einfach machen. Sich trauen. In der Hoffnung, es funktioniert. Auch wenn jemand etwas dagegen sagt, weiter durchziehen. Bei mir hat es funktioniert – und dafür bin ich sehr dankbar.“
Unsere Mission bei Sonilift und Fellerhoff Med Tec ist es, Menschen mehr Freiheit in ihrer Mobilität zu ermöglichen. Was bedeutet für dich unter anderem Freiheit im Alltag?
„Freiheit bedeutet für mich zuerst Gesundheit. Ich bin sehr dankbar, dass ich mich frei bewegen kann. Ich sehe aber im Umfeld, wie schnell das nicht mehr selbstverständlich ist. Freiheit ist aber auch, in meinem Job Entscheidungen selbst treffen zu dürfen. Das macht mir natürlich viel Spaß. Und ganz grundsätzlich: Dass wir hier leben, wo Frauen diese Freiheiten haben, überall hingehen zu können – das ist nicht überall auf der Welt so. Nicht in allen Ländern dürfen Frauen zum Beispiel ins Stadion gehen. Für solche Privilegien bin ich sehr dankbar.“
Gab es in deinem persönlichen Umfeld schon mal Situationen, in denen du gemerkt hast, wie sehr ein Treppenlift, ein Rollstuhl oder andere Mobilitätshilfen den Alltag erleichtern können?
„Tatsächlich merke ich jetzt aktuell, wie sehr so ein Treppenlift oder auch ein Rollstuhl den Alltag erleichtern könnte. Mein Opa ist dieses Jahr leider verstorben und seitdem geht es meiner Oma nicht ganz so gut. Vor allem mit dem Gehen wird es ein bisschen holpriger. Und leider wohnt sie im ersten Stock ohne Aufzug. Sie kommt jetzt gerade noch so die Treppen hoch, aber es ist schon besser, wenn sie jemand hält. Und wenn sie alleine ist, wäre das natürlich viel einfacher mit einem Treppenlift. Ich glaube, mit dem Rollstuhl hat sie noch ein bisschen Zeit, aber irgendwann wird das wahrscheinlich auch der Fall sein. Wir haben es erst vor Kurzem bei einem gemeinsamen Besuch vom Weihnachtsmarkt bemerkt, wie anstrengend es ist, immer auf sie Acht zu geben. Ein Rollstuhl würde es uns sehr erleichtern. Mein Opa war am Ende auf einen Rollstuhl angewiesen – sonst hätten wir viele Dinge wie einen Zoobesuch, auch hier in Gelsenkirchen, gar nicht mehr gemeinsam machen können. Mobilitätshilfen bedeuten einfach Sicherheit und Freiheit.“
Glaubst du, dass Aufklärung über moderne Mobilitätshilfen dazu beitragen können, falsche Scham abzubauen und Mobilitätshilfen in ein modernes Licht rücken?
„Ich glaube schon, dass Aufklärung über moderne Mobilitätshilfen auf jeden Fall helfen kann, das Ganze ein bisschen von diesem Tabuthema zu befreien. Ich habe ja schon erzählt, mein Opa hatte damals einen Rollstuhl und er hat sich sehr davor gesträubt am Anfang. Er wollte das nicht. Er wollte laufen. Und im Endeffekt war er aber unendlich dankbar für den Rollstuhl, weil er wirklich so vieles erleichtert hat. Genauso hat er sich jahrelang vor einem Hörgerät gesträubt. Dabei gibt es keinen Grund dafür, sich dafür zu schämen, Hilfe anzunehmen. Es ist keine Schwäche. Es kann jeden treffen – egal in welchem Alter. Darüber offen zu sprechen, ist extrem wichtig.“
Als großer Schalke-Fan ist der heutige Logenbesuch wahrscheinlich etwas Besonderes für dich. Welche Gefühle verbindest du mit so einem Event?
„Egal wie oft man hier ist – es bleibt etwas Besonderes. Wenn man rausläuft, die Musik hört, das Stadion und das FC Schalke sieht… Gänsehaut. Ich sehe es dann immer noch durch die Augen als fünfjähriges Kind, als ich hier zum ersten Mal Schalke live erlebt habe.“
Was wünschst du dir persönlich für die Zukunft, privat oder beruflich?
„Also in erster Linie wünsche ich mir bis zum Jahresende, dass wir Herbstmeister werden.
Langfristig wünsche ich mir Ruhe, Gesundheit und entspannte Zeit mit meiner Familie. Jobtechnisch liegt ein sehr anstrengendes Jahr hinter mir, deswegen bin ich froh, dass der Winter jetzt ein bisschen ruhiger ist. Und ich freue mich sehr auf heute, dass ich hier auf Schalke bin.”
Wenn du an deine Community und Fans denkst, was wäre eine Botschaft, die dir am Herzen liegt?
„Diese Frage habe ich mir selbst schon oft gestellt: Was ist eigentlich die Message, die ich über meine Social-Media-Kanäle vermitteln möchte? Und für mich läuft alles auf einen einfachen, aber wichtigen Gedanken hinaus: Einfach machen. Schämt euch niemals für das, was euch begeistert, was ihr liebt – egal ob Schalke, Musik oder irgendetwas anderes. Lebt für die Dinge, die euch bewegen und emotional berühren. Und lasst euch nicht durch die Meinung anderer davon abhalten.”
Abschließend bleibt uns nur noch zu sagen: Genieß das Spiel!
Danke, Lisa.Für deine Offenheit, deine Bodenständigkeit – und für diesen besonderen Tag bei uns.
Es war uns eine Ehre, dich in unsere Loge begrüßen zu dürfen.